xYtrblk (Vorgeschichte)Kunstwort für Zustand der Verwirrung und mehrDie Suche nach Ordnung ist ein natürliche Bedürfnis des Menschen. Aber viele Hindernisse stellen sich einem in den Weg, bis man das Chaos bewältigt hat. Den Zustand der Unordnung nenne ich xYtrblk.
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| [2007-08-17 ok / ur 2001-12-28] |
| (Autor: Jürgen vom Scheidt) Inhalt: 1. Der Mensch in der Unordnung 2. Ein Häppchen Geometrie: Was da alles versteckt ist 3. Die Strukturelemente des Labyrinths 4. Konflikte und ihre Lösung 5. Welt-Formel zur Ordnung der des Chaos 6. Der Zauber der Vokale 7. Die seltsame Vor-Geschichte von xYtrblk 8. Der Planet Monstros und die "Bar zu den dreieinhalb Planeten" 9. Lieblingstrunk Vurguzz 10. Schlappe 18 und 65 Prozent 11. Nach-Geschichte 12. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm _Bibliographie 1. Der Mensch in der UnordnungMit dem Terminus xYtrblk (das Ypsilon GROSS geschrieben, die sechs anderen Buchstaben klein) bezeichnen wir den Zustand eines Menschen "in der Unordnung" (gr.: chaos). Es ist aber auch unsere Bezeichnung für jemanden, der sich auf den Weg macht, unentwickelte Talente zu entdecken, anzunehmen und zu verwirklichen. So stellen wir uns jemanden vor, der sich verzweifelt den richtigen Weg durch ein Wir gehen davor aus, daß die Suche nach Ordnung (gr.: kosmos) das natürliche Bedürfnis jedes Menschen ist. Aber viele Hindernisse ( Hat man das Chaos bewältigt und den Weg durch das Yrrinth gefunden - stellt man wahrscheinlich überrascht fest, daß es da immer schon einen ganz klaren Weg gegeben hat (wie durch den einen Gang durch ein - man hat diesen einen Weg nur nicht wahrgenommen. 2. Ein Häppchen Geometrie: Was da alles versteckt istIn der Schule haben wir - im Fach Geometrie - alle gelernt, daß man eine Figur in der Fläche durch die beiden Koordinaten x und y beschreibt. (Bei der farblichen Darstellung auf einem Computermonitor kommt dazu noch ein dritter Wert: die Farbe.) Diese beiden Kordinaten schaffen gewissermaßen eine Grundordnung. Eine wichtige Voraussetzung also, um den chaotischen Zustand xYtrblk zu strukturieren. Gezeichnet ergibt das einen rechten Winkel: |__ In der Schule haben wir ebenfalls gelernt, daß es eine dritte Dimension gibt. Diese schafft zusammen mit den beiden anderen den Raum. Dafür steht der Buchstabe r. Dieser kann auch Radius bedeuten und Realität (letzteres in unserer persönlichen Geometrie). Nehmen wir noch die Zeit (= t) als die vierte Dimension hinzu, dann haben wir bereits alles, was es braucht, um im Einsteinschen Raum-Zeit-Kontinuum zurechtzukommen. So viel zu Schule und Wissenschaft (= Science) und zu Science Fiction. Jetzt kennen wir also schon ein gutes Stück des Geheimnisse von xYtr blk 3. Die Strukturelemente des LabyrinthsUnd was ist mit den drei noch fehlenden Buchstaben b l k - wofür stehen sie? Das b stehe für Basis - nämlich das Basis-Kreuz, aus dem ein Das l stehe für Lösung - nämlich die Lösung des Problems (welches der im Kern des Labyrinths lauernde Minotauros symbolisiert). Eine Lösung finden, bedeutet im Sinne der 4. Konflikte und ihre LösungUnd was ist dieses Problem? Es ist stets ein ungelöster Konflikt. Das k steht dem entsprechend für Konflikt. Die Reihenfolge der sieben Elemente ist nicht ganz korrekt - aber das gehört nun mal zum Wesen des Yrrinths und dem Weg von dort ins Freie. Die Ordnung (des Labyrinths) entsteht nicht so sehr im Kopf - als im Tun. 5. Welt-Formel zur Ordnung des ChaosFassen wir das alles zusammen, so wird xYtrblk zu einer Art Welt-Formel für die (geistige und seelische Evolution), bei der aus der Unordnung des Chaos allmählich die Ordnung des Kosmos entsteht: x = Breiten-Koordinate (blau) Y = Längen-Koordinate (blau) t = Zeit-Koordinate r = Radius (schafft als dritte Dimension die Realität - dargestellt durch den verbindenden gelborangen Bogen, welchen man zum Zeichnen der Labyrinth-Figur benötigt) b = Basis-Kreuz (rot) l = Lösung k = Konflikt Übertragen auf die Konstruktion eines Labyrinths sieht das folgendermaßen aus: 1. Man zeichnet zunächst auf einem großen Blatt in der Mitte des unteren Drittels das (rote) Basiskreuz, in seinen vier Ecken die vier (blauen) rechten Winkel und die vier (grünen) Basispunkte. 2. Dann verbindet man zuerst das obere Ende des Kreuzes (rot) nach links mit dem oberen Ende des linken rechten Winkels (blau). 3. Anschließend wird der linke obere (grüne) Basispunkt nach rechts mit dem oberen Ende des rechten Winkels rechterhand (blau) verbunden. 4. So geht es immer im Wechsel "von links nach rechts" - "von rechts nach links", und zwar insgesamt sieben Mal. Die Bogen werden dabei immer weiter und immer tiefer angelegt. (Für psychologisch Interessierte: so kann man sich die Pendelbewegung bei einem kreativen Prozeß vorstellen - zum Beispiel während des Schreibens eines eigenen Textes oder des Komponierens einer Melodie.) Abb.: Wie man Schritt für Schritt ein Labyrinth-Symbol konstruiert 6. Der Zauber der VokaleWenn man nur die sechs Konsonanten sieht, wirkt das alles ein wenig dröge. Gut, das Ypsilon hat die angenehme Eigenschaft, daß es sowohl als Konsonant (ähnlich dem jot wie in Yoghurt und Yoga) als auch als Vokal (ähnlich dem ü wie in Zypern und Labyrinth) fungieren kann. Wenn wir uns, ähnlich wie beim Hebräischen, vorstellen, daß die Vokale zwar nicht hingeschrieben, aber mitgedacht werden, können wir, mit ein wenig Phantasie, leicht Kunstwörter bilden, in denen sie sichtbar werden. Wie wäre es denn mit: "Xytaru Boleki"? Was könnte das sein? Vielleicht vergorene Stutenmilch in einer Tartarensprache... Oder "xyt Arube olik" - Das ist schon schwieriger. Vielleicht: "Hau dem Arube eine ´runter..." ? Oder wenn hier noch ein h einschmuggeln: "Xyre O´Thar Bliku"? Das ist nun wiederum ganz einfach. In der (seit langem ausgestorbenen) Sprache der Kultur von O´Thar heißt dies: "Der Weg nach [Bliku] O´Thar ist weit [xyre]." Man muß lediglich wissen, daß die O´Tharier die Satzstellung von Verb und Substantiv gerne (wenn auch nicht immer!) vertauschen. Alles weitere überlassse ich ihrer eigenen Phantasie - und dem "Zauber der Vokale" ("Reng kytai usum" - wie die O´Tharier zu sagen pflegten). 7. Die seltsame Vor-Geschichte von xYtrblkDas klingt jetzt alles sehr rational. Tatsache ist jedoch, daß dieses Kunstwort xytrblk mehr oder minder zufällig entstanden ist (was unbewußte Einflüsse ganz und gar nicht nicht ausschließt !). Hier deshalb also die Vorgeschichte der Entstehung des Wortes xYtrblk. Es war im Sommer 1959. Jeden Monat trafen sich einige Münchner Mitglieder des "Science fiction Club Deutschland (SFCD)", darunter auch der Autor dieser Zeilen, in der Wohnung des Rundfunkingenieurs Waldemar Kumming in der Herzogspittalstraße (die es schon lange nicht mehr gibt - die Straße schon - aber diese ganz spezielle Wohnung nicht, an deren Wänden die amerikanischen SF-Taschenbücher sich in zwei Reihen hinter einander stapelten - ein Paradies für jeden SF-Fan...) Dort trafen sich also diese Fans, etwa vier oder fünf, und schrieben und redigierten das satirische Fanzine (neudeutsch für Fan-Magazine) Munich Round Up. Es war gleich nach dem Abitur (von jvs). Völlig erschöpft von diesem blödsinnigen "Initiationsritual mit Mutprobe" (wie das die Kulturanthropologen nennen), stand mir der Sinn nur nach einem: den einen Wahnsinn durch einen anderen, nun aber selbstbestimmten, Irrsinn zu neutralisieren. 8. Der Planet Monstros und die "Bar zu den dreieinhalb Planeten"Damals schrieb ich eine Satire auf die Reifeprüfung, die sich allerdings weit in der Zukunft und auf einem fernen Planeten namens Monstros (einer Erfindung von WK) abspielte. Dort gab es ein bizarres Lebewesen (einen alien also) der Gattung Kraakh. Dieser trug den Namen - - nein: nicht xYtrblk - sondern Xtrblk . Mit dem Pseudonym "Onkel xtrblk" zeichnete ich ab da - fingierte - Leserbriefe im Stil des amerikanischen Satire-Magazins mad. (Das war eine gute Vorübung für die - ebenfalls weitgehend getürkten -Leserbriefe, die ich Jahre später eine Weile für den Playboy schreiben würde.) Dieser Onkel xtrblk hatte eine Stammkneipe: die "Bar zu den Dreieinhalb Planeten". Dort schrieb er [pardon: ich] ab Nr. 10 von MRU das weltbewegende Tagebuch eines Retrotemporariers. Ich habe heute keine Ahnung mehr, was dieser für seltsame Abenteuer erlebt hat. Ich weiß nur noch, daß es eine Wohltat war, diesen höheren Blödsinn im mad-Stil abzusondern - und dadurch Abstand von besagter Reifeprüfung zu gewinnen. Gelegentliche Schlucke von neon-grün-gelbem Vurguzz (s. unten) mögen dabei geholfen haben. (Heute würde man wahrscheinlich kiffen, um noch stärkere Effekte dieser Art zu erzielen. Uns langte jedoch, was uns damals an Einfällen zufiel). Bald danach - und auf Grund der selben und ähnlicher Einflüsse und des gleichen soziokulturellen Umfeldes "SF-Fandom" - entstand auch der 9. Lieblingstrunk VurguzzDieses seltsame Geschöpf Xtrblk hatte auch ein Lieblingsgetränk: Vurguzz. (Dieser Name ist eine Erfindung von Waldemar Kumming - nachzulesen in Nr. 8 vom Mai 1959 des Munich Round Up!) Der Zahnarzt Alfons Ettl aus Unterwössen, ebenfalls Mitglied im SFCD, machte sich einen Jux aus unseren SF-Spinnereien und ließ von einem Bekannten, der sich mit dem Schnapsbrennen auskannte, einen speziellen Kräuterlikör (Alkoholgehalt: 250 %! - davon 165 % im Hyperraum) brauen. Den nannte er ebenfalls Vurguzz. Wenn man nun heute (16. März 2004), also fast ein halbes Jahrhundert später, das Schlagwort Vurguzz in die Suchmaschine Google eingibt - erhält man erstaunliche 945 Treffer! (Im Mai 2002 waren es erst 424 Treffer - Tendenz also deutlich steigend.) "Vurguzz - galaktisch grün und gut" heißt es da zum Beispiel. Über Walter Ernsting alias Clark Darlton, mit K.H. Scheer einer der beiden Begründer von Perry Rhodan, hat das grauenvolle Gesöff Anfang der 60-er Jahre Eingang in diese Weltraumabenteuer-Heftserie gefunden und damit in die Weltliteratur. Jawohl. Es gibt sogar eine eigene Website namens " Und wenn man mit Hilfe der Software [link:http://visit1.vp.uiuc.edu[/link] das graphische Beziehungsnetz der Websites aufdeckt, die mittels des Stichwortes Vurguzz miteinander verknüpft sind, entsteht ein Netz von beachtlichen 29 Sites! (Stand: 25. Feb 2002) 10. Schlappe 18 und 65 Prozent[Wenn man auf der Website von ° eine 18-prozentige vom Pabel-Verlag bzw. seinem Lizenznehmer ° eine 65-prozentige von Waldemar Kumming resp. seinem Lizenznehmer Hermann Wolter (Am Hebewerk 57 - 45731 Waltrop / Fon 02363-734313-14). Das ist beides weitaus weniger als der Alkoholgehalt der ursprünglichen Mixtur von Franz Ettl - aber 80 Prozent sind in Deutschland nicht mehr erlaubt. Um das abzurunden: Hubert Haensel schrieb für die Taschenbuchreihe, die parallel zur Heftserie Perry Rhodan erscheint, in Band 412 sogar eine Erzählung, die Das Vurguzz-Imperium heißt. (Willi Diwo hat diese Zusammenhänge 1998 ausführlich in einem Artikel notiert.) 11. Nach-GeschichteSoweit zur Vorgeschichte. Ein - buchstäblich - horrender Ulk also. Wer beschreibt deshalb mein Erstaunen, als ich am 16. März 2004 bei Google das Wort xtrblk eingab - und auch dafür etliche Treffer erzielte: 62, um exakt zu sein. Ein Programmierer namens Kenneth Butenhoff verwendet dieses Wort für ein spezielles Computerprogramm. Rechts nebenann der HyLink auf die entsprechende Website. Falls man mir nicht glauben sollte. Was man dort, unter der URL-Adresse #!/bin/perl -w #################################################################### # xtrblk created 1999.8.29 by Kenneth Butenhof # # PURPOSE: # General extraction utility. Input lines are buffered to allow some # pretty flexible and interesting selections. # See examples below. # # WARNING: as an aid to learning how to use this,many of the debug print # lines have been left in. These lines must remain commented out # for bcl scripts which use this script to work properly. # # USAGE: # xtrblk # # # *** From UNIX shell: Interessant, nicht wahr, welche (Schleich-) Wege die Kollektive Kreativität manchmal geht... Hatte Butenhoff vielleicht sogar Zugang zu Munich Round Up? Ich kann an so einen Zufall schlecht glauben. Andrerseits gibt es in meinem Archiv so viele Beispiele haarsträubender Koinzidenzen, daß man eigentlich gar nichts mehr dergleichen wundern sollte. Butenhoff hat auf meine diesbezüglichen Fragen in einer e-Mail bislang (19. Mai 2002) leider nicht geantwortet. 12. Der Apfel fällt nicht weit vom StammAls ich vor einigen Jahren sah, daß mein Sohn Gregor mit seiner Firma nxn-software.com durch eine speziellen Software für Computerspiel-Entwickler und Trickfilm-Regisseure Karriere machte, die den Namen Bibliographie Darlton, Clark und K.H. Scheer, (Begründer, Herausgeber, Autoren): Perry Rhodan – der Erbe des Universums. München 1961 - 1971 (Moewig), Rastatt ab 1971 (Pabel). Diwo, Willi: "Das Vurguzz-Imperium - eine verpaßte Chance?". Manuskript Aug 1998. Haensel, Hubert: Das Vurguzz-Imperium. Perry Rhodan (Planetenroman) Band 412. Nürnberg 1998 (Burgschmied). Thadewald, Wolfgang: "Die Geschichte des Vurguzz". in: SFGH-Chroniken Nr. 181. Dez 1997. Upton, Munro: Das Unlöschbare Feuer. Menden 1962 (Bewin). |