FILMOGRAFIE (Ergänzungen) zu "Das DRAMA . . ."*Letzte Aktualisierung: 16. Aug 2007 |
![]() |
|||
|
||||
| [2007-08-16 wip / ur 2004-05-15] |
| (Autor: Jürgen vom Scheidt) In meinen Büchern und gibt es eine ausführliche Filmografie. Von Fall zu Fall werde ich sie hier auf der Website ergänzen (der neueste Eintrag steht jeweils am Anfang). 10. April 2007 Hearts of Atlantis (nach Stephen King)In seinem Romans Hearts of Atlantis gibt Stephen King einen deutlichen Hinweis auf die Hochbegabung des elfjährigen Bobby Garfield (die Hauptfigur im ersten Teil der Geschichte): "Robert ist ein äußerst intelligenter Junge. Er hat aber auch äußerst große Probleme" (Die Lehrerin in einem Zwischenzeugnis) (S. 293) Bobby und sein seltsamer älterer Freund Ted Brautigan (im Film gespielt von Anthony Hopkins) stehen auch in der Verfilmung durch den regisseur Scitt Higgs im Mittelpunkt des Geschehens. 26. Dez 2004 Standing in the Shadows (of Motown): Die Funk BrothersEin Freund von mir (selbst ein hochbegabter Jazzmusiker), wunderte sich, daß ich in meinem Buch "Der macht doch nur kommerzielles Zeug", meinte er abschätzig, womit er ausdrücken wollte: Wer so viel Ruhm und nicht zuletzt finanziellen Erfolg hat, kann kein Hochbegabter sein. Ich bin da völlig anderer Meinung und glaube, daß man die enorme Leistung gar nicht hoch genug einschätzen kann, die gerade schwarze Musiker in den USA vollbringen müssen, um ihre Talente - in welcher Form auch immer - zu realisieren. Ein weiteres Beispiel führt der Film Standing in the Shadows (of MOTOWN) vor Augen und nicht zuletzt vor die Ohren: In den 60er und 70er Jahren wurde die Unterhaltungsmusik der USA und eigentlich der ganzen Welt in hohem Maß von einer Reihe extrem erfolgreicher Hits bestimmt, die alle aus der Talentschmiede der Plattenfirma "MOTOWN" (von "Motor-Town" = Detroit) stammten - mit Sängerinnen und Sängern und Gruppen wie Diana Ross, Marvin Gaye, den Supremes und vielen anderen mehr. Was nie in der Öffentlichkeit sichtbar wurde, ehe man 41 Jahre nach ihrer ersten Einspielung für MOTOWN ein erstes richtiges Bühnenkonzert mit ihnen organisierte und sie in diesem eindrucksvollen Film auch zu Wort kommen ließ - das, waren die dreizehn Männer hinter den Erfolgen dieser Gesangstars. Sie nannten sich selbstironisierend The Funk Brothers und waren die eigentlichen Schöpfer des unnachahmlichen "MOTOWN Sounds". Unnachahmlich und sagenhaft kreativ waren vor allem der Bassist James Jamerson und der Pianist Earl Van Dyke. Diese Leute nahmen als Begleitband "mehr Nr.1-Hits auf als Elvis, die Rolling Stones, die Beach Boys und die Beatles zusammen", hat der Autor Allan Slutsky errechnet, dessen gleichnamiges Buch der Filmdokumentation zugrundeliegt. Aus zum Teil einfachsten Verhältnissen stammend und stets mit den Widrigkeiten der knausrigen Plattenproduzenten sowie des Rassismus kämpfend, wollten diese Vollblutmusiker nur eines: Jazz spielen. Nach und nach entdeckte sie der Produzent von Motown als Begleitmusiker für seine Solisten und sie wuchsen - in wechselnder Besetzung - zu einer unglaublich kreativen Gruppe zusammen. Ich bin mir sicher, daß einige - wenn nicht die meisten - dieser Musiker hochbegabt in ihrer Domän sind: gleich ob in einer verrauchten Kneipe für ein anspruchsvolles Publikum von Kennern Jazz spielend oder für ein Massenpublikum Songs wie "I heard it Through the Grapevine" und "How sweet it is", die so ziemlich jede(r) kennt, der gerne gute Unterhaltungsmusik hört. (Bildungsbürgern, die gerne über solche "Unterhaltungs"- oder U-Musik schnöden, sei ins Poesiealbum geschrieben, daß die Stars der E-Musik ihrer Verehrung - mögen sie Bach, Beethoven, Mozart oder Mahler heißen - mit Sicherheit heute ganz andere Musik schreiben würden als zu ihrer Lebenszeit!)) 24. Dez 2004 Die IncrediblesIn naher Zukunft: Weil gegen ihren Willen gerettete Menschen (z.B. den Freitod Suchende) millionenschwere Klagen gegen sie anstrengen, dürfen die Superhelden auf Anweisung der Regierung nicht mehr "retten" und andere Supertaten vollbringen. Die Incredibles sind eine ganze Familie mit fünf Supertalenten - Hochbegabte ganz eigener Art, die ihre Fähigkeiten verstecken müssen und dadurch gewissermaßen machträglich zu Underachievern werden. Sie leiden darunter sehr und sind froh, als ihre speziellen Fähigkeiten endlich wieder gebraucht werden. Dieser "Zeichentrickfilm für Erwachsene" (Regie: Brad Bird) bezieht aus dieser künstlichen Unterdrückung der Begabungen seinen ganz speziellen Reiz - beispeilsweise wenn der superstarke Vater Bob Parr sich mit seinen gewaltigen Muskelpaketen in eine Sardinenbüchse von Kleinauto zwängt oder in seinem winzigen Arbeitsplatz im Großraumbüro einer Versicherugn darunter leidet, daß er langweiligen Alltagskram erledigen muß - statt wie früher Heldentaten zu vollbringen. Viele "Hochbegabte am falschen Platz" oder Underachiever mit nicht verwirklichten Talenten dürften sich wiedererkennen - allerdings mit einer Mischung aus Lachen und Heulen, vermute ich. (Die Animation mit ihren nostalgischen Hintergründen im Stil der 60er Jahre und die Durchführung der spannenden Geschichte wurden von den Filmkritikern der Süddeutschen Zeitung sehr gelobt.) 10. Okt 2004 Tatort: Stirb und werdeAuf bizarre Weise befaßt sich ein Krimi in der bekannten Tatort-Reihe der ARD mit dem Thema "Hochbegabung": Ein Serientäter (selbst mit seinen Talenten gescheitert) ermordet auf grausige Weise andere Talente, um sie vor dem schweres Schicksal als Scheiternde zu bewahren: Eine brillante junge Pianistin bringt er ebenso um wie ein Genie im Pflegeheim. Er möchte ihnen die Schrecken des (eigenen) Versagens ersparen und verschafft ihnen gewissermaßen postum "ewigen Ruhm", indem er ihre Körper konserviert. Leider wird das Hochbegabten-Sujet nur benützt, um dem Krimi einen speziellen skurrilen Hintergrund und Kick zu vermitteln - weder die Dramatik und Tragik des Scheiterns von Talenten wird erhellt noch die Psyche des Täters ausgelotet. Schade: verschenkte Chance.
|