ZEITTAFEL "HyperWriting"

Zur Entstehungsgeschichte des Begriffs "HyperWriting"



In den 1980-er Jahren begann es . . .




Letzte Aktualisierung:
28. August 2020


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[2020-08-28 wip / ur 2007-06-26]


(Autor: Jürgen vom Scheidt)


Fett gedruckte Jahreszahlen sind Neuzugänge.


HyperWriting (von griechisch "hyper" = "über, über hinaus" und engl. "writing" = schreiben) ist unsere Fortentwicklung des Creative Writing (Kreatives Schreiben und wird genauer beschrieben im Beitrag HYPERWRITING.

Zur Entwicklung von Schreiben und Schrift allgemein finden Sie hier aufder Website noch die ausführliche ZEITTAFEL "Schreiben und Schrift".

Mehr über die Zeittafel als Methode finden Sie hier: ZEITTAFELN als geistiges Werkzeug

Ansonsten geht es auf unserer Website in vielerlei Gestalt um das Thema Schreiben (speziell auch ums Bücherschreiben).



Es begann mit einem Traum


Manche Leser dieser Zeilen werden sich wundern, daß ich den ersten Eintrag zu HyperWriting für das Jahr 1895 datiere. Was hat denn das Träumen, was hat die Psychoanalyse, was hat Sigmund Freud mit einer Entwicklung zu tun, die sich eigentlich erst auf das Jahr 1998 datieren läßt?

Die Dichter und Autoren haben den Träumen und der Selbsterforschung (welche durch Freuds Psychoanalyse gewissermaßen auf "wissenschaftliche" Beine gestellt wurde) immer schon eine wichtige Rolle zugeschrieben - buchstäblich.
Aber Freuds Zugang, vor allem seine dabei verwendte Methode des Freien Assoziierens, hat dem Kreativen Prozeß beim Schreiben eine neue Dimension erschlossen, die man wirklich als hyper bezeichnen darf. Da sich die im vergangenene 20. Jahrhundert entstandene Creative Writing-Bewegung dem Aspekt der Selbsterfahrung keineswegs sehr aufgeschlossen gezeigt hat (sieht man von der verwandten Poesietherapie und der NARRATIVEN PSYCHOTHERAPIE einmal ab), ist dies ein weiterer Grund, hier gewissermaßen nachträglch bei Freud mit der Chronologie zu beginnen.

Ehre sei hiermit, wem Ehre gebürt!



Die Chronologie des HyperWriting


1895
In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli träumt Sigmund Freud den Traum von Irmas Injektion. Seine kurz darauf vorgenommene Deutung dieses Traums mittels der Methode des Freien Assoziierens ist nicht nur die erste wissenschaftlich-psychologische Deutung eines Traums überhaupt, sondern zugleich die Einführung dieser neuen Methode in die Psychoanalyse und damit der Beginn eines völlig neuartigen Zugangs zum menschlichen Seelenleben . Wie sich bald darauf zeigen sollte, ist es auch ein neues Werkzeug für die Schriftsteller geworden.
Der Traum und seine Deutung ist abgedruckt in Freuds ab Kapitel 6 sehr autobiographischem Buch Die Traumdeutung. Bahnbrechend ist dieses Buch für die Entwicklung des Kreativen Schreibens insofern, als Freud damit erstmals die Methode des Freien Assoziierens vorstellt (zu der er durch die Lektüre von Ludwig Börne angeregt wurde → 1862), die man heute als Beginn aller Brainstorming-Techniken bezeichnen kann. -
Etwa zur selben Zeit publiziert Freud (gemeinsam mit seinem Mentor und Kollegen Josef Breuer) die Studien über Hysterie, worin die Methode der Freien Assoziation explizit eingesetzt wird, um seelische Störungen zu heilen. Die Patientin "Anna O." bezeichnet dieses Verfahren selbst sehr anschaulich als "chimney sweeping" (wörtl. "Schornstein reinigen").


1897
Bram Stokers Schauerroman Dracula erscheint. Abgesehen vom großen Erfolg, der diesem Bestseller als Buch und Film beschieden sein wird (als das Manuskript im April -» 2002 versteigert wird, beträgt allein dafür der Schätzpreis mehr als eine Millionen Dollar). ist interessant, daß Stoker einer der ersten Autoren ist, die sich der neuen Erfindung Schreibmaschine bedienen.
Es gibt zudem eine höchst interessante Querverbindung von Stoker zu dem, was ich als das "Allererste Schreib-Seminar" bezeichne. Die Idee zu einem Vampir-Roman hatte nämlich (angeregt von Lord Byron) der Arzt und Autor Polidori bei jenem legendären Treffen in der Villa Diodati am Genfer See im Jahr -» 1816, bei dem auch der Frankenstein-Roman von Mary Whollstonecraft-Shelley entstanden ist.



Creative Writing beginnt


Ab der Jahrhundertwende kann man nicht mehr nur von Vorläufern und Vorbereitern des Creative Writing sprechen. Sigmund Freud darf nicht nur mit seiner Methode der Traum-Bearbeitung mittels der Freien Assoziation (-» oben 1895) als eine Art (ungewollter) Begründer des Creative Writing gelten, von dem alle späteren Wegbereiter gelernt und – direkt oder indirekt – profitiert haben. Er hat auch die Selbsttherapie durch Schreiben begründet (bei professioneller Begleitung könnte man dieses Geschehen als SchreibTherapie bezeichnen), hat diese Selbstanalyse und Selbsttherapie sein Leben lang gepflegt (am Anfang mittels Tagebuch und in Form eines ausführlichen, sehr introspektiven Briefwechsels mit dem Freund Wilhelm Fließ - in späteren Jahre wohl nur noch durch seine immense Korrespondenz und seine vielen Sachtexte) – eine andere Therapie hat er ja nie gemacht.


1900
führt Arthur Schnitzler den Inneren Monolog (-» 1888) in die deutsche Literatur ein ( Leutnant Gustl - erstmals am 25. Dez in der Neuen Freien Presse gedruckt).



findet das vermutlich erste Schreibseminar an der Columbia University statt. (Focus Nr. 51 vom 16. Dez 1996). -
Zwölf deutsche Schriftsteller machen sich einen Jux daraus, gemeinsam einen Fortsetzungsroman zu veröffentlichen: Der Roman der Zwölf 1909 .
Diese Technik des Co-Writingist in Creative Writing-Seminaren sehr beliebt. Mehr darüber und weitere Beispiele finden Sie unter ROUND ROBIN.


1914
Sigmund Freud veröffentlicht einen Aufsatz, der schon im Titel anspricht, was nicht nur in der Psychoanalyse, sondern auch beim Schreiben die heilsamen Kräfte sind: Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten.


1915
beginnt André Breton, sich mit Freud und der Psychoanalyse zu beschäftigen.


1916
Anfänge des Dadaismus ("Cabaret Voltaire" in Zürich). Die zentralen Stichwörter in Hermann Kortes Buch Die Dadaisten laufen alle auf dasselbe hinaus: Fragmentierung, bis herunter auf die Buchstaben-Ebene (bis hin zur letzten Konsequenz treiben das die Sprachexperimente des HYPERWRITING mit Buchstabenwürfeln, s. auch -» 2000)


1919
Experimente der Surrealisten um Breton mit dem Automatischen Schreiben; in gewissem Sinne ist dies die Geburtsstunde des - literarischen - Surrealismus.


1920 Ab diesem Jahr aktive Teilnahme Bretons an der Dada-Bewegung.


1921
Breton besucht Freud in Wien.

1922
James Joyce veröffentlicht seinen Roman Ulysses (s. auch den französ. Vorläufer Dujardin von -» 1888). Im Schluß-Monolog der Molly Bloom gibt es weder Punkt noch Komma: ein drastisches Beispiel für Fragmentierung der geschriebenen Sprache. Noch viel weitergeführt haben das jedoch Dadaismus (-» 1916 und Surrealismus (-» 1919) .

1924
Manifest du Surrealisme von André Breton. Surrealismus und Dadaismus (-» 1916) propagieren Freie Assoziation und „Nonsense“-Übungen, die auch im HyperWriting eine Rolle spielen.

1933
erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift Minotaure mit Picassos Titelbild, das den stierköpfigen Bewohner des kretischen Labyrinths in imposanter, selbstbewußter Pose vorstellt.
"Die Surrealisten brachten unzweifelhaft etwas Neues durch ihre Kraft, ihren feurigen Glauben und hatten auch, unschätzbar für eine Zeitschrift, einen geschärften Sinn für das Verführerische und Seltene. Sie machten den Minotaure zum Schauplatz ihres Wollens und wußten ihm einen Reiz zu geben, der sich ungemein anregend erwies. Picasso hatte die Ehre, das erste Titelblatt entwerfen zu dürfen..." (Waldberg S. 95)
Der Surrealismus (Max Ernst, Salvador Dali und André -» Breton) ist die Kunstform, die dem Träumen am intensivsten verwandt ist und viel der Psychoanalyse verdankt. (Filme: Der Andalusische Hund von Bunuel, Montana Sacra von Jodorowsky, Träume von Kurosawa etc.)
Entsprechend profitieren hiervon auch Kreatives Schreiben und HyperWriting.

1936
Seit diesem Jahr "existiert der Magister-Studiengang des Iowa Writer´s Workshop. Dort haben bekannte Autoren wie Flannery O´Connor, John Irving, Jane Smiley oder T.C. Boyle studiert - geschadet hat es ihnen offenbar nicht." (I>Focus<. Nr. 51 vom 16. Dez 1996).

40er Jahre
Beginn der modernen Creative Writing-Bewegung in den USA.

1947
Laut einer Umfrage des Gallup-Institut in Louisville im US-Staat Kentucky möchten immerhin 3,4 Prozent der Befragten „vom Schreiben leben“ können. Überträgt man dieses Ergebnis auf die Bundesrepublik (80 Millionen Einwohner), so kommt man auf die stattliche Anzahl von 2,72 Millionen Menschen. -
Vom 5. - 7. Sep trifft sich erstmals die Gruppe 47, gegründet und als Mentor begleitet von Hans Werner Richter. Hier ging es mit - teils recht heftiger - Kritik, manchmal mehr wie bei einem ständigen Wettbewerb zu als bei einer Schreib-Gruppe im Sinne des Creative Writing - gemeinsam geschrieben wurde offenbar nie, sondern nur fertige (druckreife) Texte vorgelesen. Aber man ermutigte sich auch gegenseitig. Immerhin entstammen dieser Gruppe zwei Nobelpreisträger (Heinrich Böll und Günter Grass) und viele wichtige Autoren der Nachkriegszeit (in manchen Fällen bis in unsere Tage aktiv) wie Hans Magnus Enzensberger, Walter Höllerer und Barbara König (um nur drei zu nennen). Richter hat sie liebevoll beschrieben in den 21 Portraits seiner biographischen Dokumentation Im Etablissement der Schmetterlinge (1986 bzw. 2004).
Jedenfalls darf dieser literarische Club in dieser Zeittafel nicht fehlen.

1949
Der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell veröffentlicht seine Studie The Hero with a thousand Faces (dt.: Der Heros in tausend Gestalten. Sie ist das Ergebnis der Analyse von Hunderten von Mythen, Märchen und Erzählungen und stellt, in der Tradition des Tiefenpsychologen C.G. Jung, den Helden und seine Entwicklung (Heldenreise, Nachtmeerfahrt des Helden) als archetypischer Ablauf dar.
Ab den 70-er Jahren wird dieses Prinzip zum Modell für Hollywoods Drehbuch-Autoren (s. auch "70er Jahre" und "1998: Christopher Vogler")

1950
erscheint in New York die Studie The Writer and Psycho-analysis des amerikanischen Psychoanalytikers Edmund Bergler. Dieser führt den Terminus writer´s block und beschreibt zum ersten mal ausführlich, wie man ihn am besten im Rahmen einer Psychoanalyse behandelt.
(Wir im IAK sind aufgrund langjähriger Erfahrung mit Schreib-Blockaden der Meinung, daß dies auch in einem anderen Setting geht - wahrscheinlich sogar noch besser, als wenn man nur "darüber redet": Nämlich indem während der Beratungsstunde konkret geschrieben wird! Im Rahmen einer Psychoanalyse der klassischen Form würde dies als Ausagieren abgewertet und war zumindest früher nicht üblich.)

1956
Einige bekannte amerikanische SF-Autoren begründen in Milford, Pennsylvania, die Milford Science Fiction Writers Conference Dort setzten sich etablierte Autoren - wie Damon Knight - mit Autoren am Anfnag ihrer Karriere zusammen und tauschten in einer entspannten, freundschaftlichen Atmosphäre berufliche und handwerkliche Erfahrungen aus. Dabei wurde stets an Texten gearbeitet.
Aus dieser Writers Conference entstand bald darauf die Organisation der Science Fiction Writers of America.
In Bereich der SF - und deshalb wird dies hier übnerhaupt erwähnt - herrschte immer schon ein sehr kollegiales Miteinander der Autoren und ihrer Fans und eine äußerst kreative Atmosphäre.
Einer der Gründer, James Blish, zog 1972 nach England um (in einen Ort, der Milford-on-Sea hieß), und führte dort mit seiner Frau J.A. Lawrence diese Tradition bis 1988 weiter. ( -» 1972)

1957
Lawrence Durrell veröffentlicht mit Justine den ersten Band einer Tetralogie, die ihm alsAlexandria-Quartett Weltruhm verschafft. Zusammen mit den anderen drei Bänden Clea, Balthazar Mountolive) wird nicht nur ein betäubend sinnliches Bild der mediterranen Metropole Alexandria präsentiert, sondern zugleich eine hinreißende Liebesgeschichte von großartiger Komplexität, geschrieben in einer meisterhaften Sprache.
Außerdem versucht der Autor erstmals so etwas wie eine literarische Umsetzung des Einsteinschen Raum-Zeit-Kontinuums mit dessen (physikalischen) Konzept der Relativität. Die ersten drei Bände erzählen das komplexe Geschehen in der ägyptischen Stadt (die Durrell aus eigener Erfahrung sehr gut kannte) aus dem Blickwinkel von drei der Hauptfiguren (Justine, Clea, Balthazar); erste der vierte abschließende Band (von 1960) fast diese drei Zeitströme gewissermaßen auf einem gemeinsamen räumlichen Fundament zusammen.
Dieses Konzept, und deshalb wird es hier vor allem erwähnt, ließe sich auch mittels Kurzgeschichten umsetzen. DasAlexandria-Quartett kann hiermit als Modell dienen, wie bekannte Autoren - als eine Art Avantgarde - neue literarische Formen entwickeln, deren sich andere Autoren ab da bedienen können (vergl. hierzu auch die Einführung des Inneren Monologs durch Dujardin -» 1888).
Auch die Schilderung des Schauplatzes (Ambiente), des Zeitkolorit (vor und während des zweiten Weltkriegs) und der Charaktere bieten vielfältige Anregungen für Creative Writer.

1959
Während einer Convention des Science Fiction Club Deutschland (SFCD) hatte ein schreibbegabter junger Mann plötzlich die Idee für eine Erzählung. Er zog sich in seiner Begeisterung während fast der gesamten Veranstaltung in sein Zimmer zurück und schaffte es, binnen drei Tagen einen kompletten utopischen Roman (von immerhin 168 Druckseiten in der TB-Ausgabe) in "die Maschine zu hauen".
Das Manuskript war so spannend und gut geschrieben, daß es bald darauf sogar gedruckt wurde. Der junge Mann, Jesco von Puttkamer, war damals Student der Ingenieurswissenschaften, folgte dann dem Ruf seinen Vorbilds Wernher von Braun in die USA und ist heute in führender Position für das Management des Mars-Projekts der NASA mit verantwortlich. Der Name seines Romans: Die Reise des Schlafenden Gottes.
(Pat Gray hat diesen Schreibrekord allerdings -» 1995 noch übertroffen, ähnlich Andreas Eschbach Anfang 2005 mit einer Schreibgruppe.)

1964
Erster „Clarion Workshop“: Bekannte Autoren der Science Fiction (James Blish, Brian Aldiss und andere) lehren Fans, wie man Geschichten und Romane schreibt
(auch -» 1956 und 1972)

1968
Eine der vielen wegweisenden und bahnbrechenden Ereignisse dieses Schlüsseljahrs der Weltgeschichte ist die Gründung der ThemenZentrierte Interaktion (TZI) als neuartiger Methode, mit Gruppen kreativ zu arbeiten. Ruth C. Cohn war ursprünglich klassische Psychoanalytikerin in der Folge Sigmund Freuds, übernahm dann wesentliche Elemente der Gestalttherapie von Fritz Perls und entwickelte schließlich aus ihren Erfahrungen mit Gegenübertragung in Workshops mit Analytikerkollegen ihr eigenes Verfahren der TZI.
Für unsere eigene Arbeit im IAK ist diese Methode eines der wesentlichen Elemente der angewandten Kreativitätspsychologie. Unsere Weiterentwicklung des Creative Writing zum HYPERWRITING könnte man sogar durch eine ganz simple Formel charakterisieren - auch wenn HyWri noch einiges mehr ist:
HyperWriting = Creative Writing + Kreativitätspsychologie + TZI.

1969
Das Internet (zunächst: ArpaNet) wird aufgebaut. Um die Jahrtausendwende zeigt sich, daß es auch dem Schreiben völlig neue Möglichkeiten eröffnet (zum Beispiel die Zusammenarbeit mehrer Autoren am einem gemeinsamen Projekt).
Für Recherchen ist das Internet inzwischen genauso unverzichtbar wie ein eigenes Archiv und eine eigene Bibliothek.
Außerdem hat bei einer Reihe von Autoren merklich den Schreibstil verändert: Wer einmal den Spaß am Surfen durch dieses gewaltige Menschheitsgedächtnis entdeckt hat, wird geradezu automatisch veranlaßt,
° auch frei assoziernd zu denken und zu schreiben und
° Texte nicht mehr nur als linear-logische Gedankenketten zu betrachten, sondern (auch) als Hypertext-Systeme, deren GedankenModule vielfach miteinander vernetzt sind (wie einzelnen Seiten = Verzweigungen dieser unserer Website.)
Das Internet stellt also, zusammen mit dem Personal Computer, gewissermaßen die technische Seite von HyperWriting dar.

70-er Jahre
In Hollywood setzt sich bei den Drehbuch-Autoren zunehmend das Modell der Heldenreise (-» 1949) durch. Einer der ersten, der damit Erfolg hat, ist George Lucus. Seine Filmserie Star Wars basiert nach seinem eigenen Bekunden auf dieser Erzählstruktur (Warren 1997).
Der Psychotherapeut und Drehbuchautor Keith Cunningham hat das Modell in den -Mittelpunkt seiner Drehbuch-Seminare gestellt (die er außer den USA auch in Deutschland anbietet, zum Beispiel an der Drehbuch-Werkstatt der Münchner "Hochschule für Fernsehen und Film".

1972
führen der bekannte amerikanische SF-Autor James Blish und seine Frau J.A. Lawrence die Tradition der Milford Science Fiction Writers Conference weiter (-» 1956). Im Herbst trafen sich erst in in Milford-on-Sea, später jeweils in Cheltenham (1989-90) and Margate (ab 1991) bekannte Autoren und Anfänger zum Ideen und Erfahrungsaustausch.
Regelmäßige Teilnehmer waren Bian Aldiss, Richard Cowper und Christopher Priest.

1973
entdeckt Gabriele Rico zufällig ihre Methode des Clustering, die sie ein Jahrzehnt später in ihrem Buch Writing the natural Way vorstellt.

1974
präsentiert Tony Buzan im Frühjahr erstmals sein Mindmap-Kozept in dem Buch Kopf-Training. Die Methode ähnelt verblüffend dem Clustering von Gabriele Rico (-» 1973), ist aber wohl zufällig parallel entstanden.

1976
Howard Greenfeld stellt in From Writer to Reader den komplexen Ablauf bei der Herstellung eines Buches vor - beginnend mit dem ersten Einfall des Autors bis zum fertig gedruckten Buch im Laden. In der deutschen Fassung (Bücher wachsen nicht auf Bäumen) wird mit Recht der Verleger Berthold Spangenberg als Ko-Autor genannt - mußte doch vieles anders beschrieben werden als im amerikanischen Buchmarkt üblich.
Das Buch informiert auch heutigen Tags (im April 2002) noch sehr präzise über alles, was mit dem Bücherschreiben zusammenhängt. Es sei deshalb, und weil es meines (JvS) Wissens nichts vergleichbares gibt, sehr empfohlen (man kann es in guten Bibliotheken ausleihen - es ist längst vergriffen).
Manche Passagen sind allerdings inzwischen ziemlich antiqiert: Waren Composer, also computerisierte Setzmaschinen, im Jahr 1976 der allerneueste Schrei, aber Schreib-Computer für die Autoren selbst noch fernste Utopie (falls man überhaupt an so etwas gedacht haben sollte) - so kann sich heutzutage ein Autor ohne Diskette mit seinem auf dem eigenen PC getippten Werk in fast keinem Verlag mehr blicken lassen.
Inzwischen ist das Verfahren des BOOKS ON DEMAND - neben Internet ( → 1969) und PC - eine weitere technische Grundlage für Hyperwriitng geworden, weil es das Publizieren enorm erleichtert und vor allem wesentlich preiswerter macht.

1977
Eine empirische Studie (zit. nach Uschtrin, S. 68) teilte 1977 mit, daß 28 % der befragten Gymnasiasten Gedichte schreiben oder geschrieben haben.

1978
Im New Yorker Stadtteil Manhattan wird "The Writer´s Room" gegründet - die erste Schriftsteller-Lounge, wo sich Autoren (meistens) in einem umgewandelten Großraumbüro oder Loft ein kleines preiswertes Abteil zum Arbeiten mieten können (Klute 2007).

1979
Eines der ersten Creative Writing-Seminare im deutschsprachigen Raum findet statt (Leitung: JvS gemeinsam mit Elisabeth von Godin, einer TZI-Trainerin und Gestalttherapeutin). -
„Wie aus dem ästhetischen Schriftsteller Kierkegaard der radikale Religiöse wird ! Wie aus dem gutbürgerlich zynischen Brecht der sozialistische Humanist wird. Deshalb die Behauptung : wer sich schreibend verändert, ist ein Schriftsteller.“ (Walser 1979, S. 42) -

80er Jahre
Creative Writing beginnt in Deutschland eine Bewegung zu werden (In den USA: 40er Jahre).

1981
"Ich messe dem Akt des Schreibens eine unermeßliche Macht bei. Doch kann wie eh und je der Akt des Schreibens verschiedene Masken aufsetzen. Es gibt Augenblicke, in denen man schreibt, weil man an einem Kampf teilzunehmen glaubt. Das war in den Anfängen meiner Laufbahn als Schriftsteller oder als Schreibender, der Fall. Und allmählich tritt schließlich die Wahrheit hervor, eine Wahrheit ohne Beschönigung: man schreibt, weil man das gern tut und weil es Lust bereitet. Der Wollust wegen." (Roland Barthes) -
Die Shell Jugendstudie gibt an, daß ein Viertel der Jugendlichen im Alter von 15-24 Jahren schreibt: Aufsätze, Gedichte, Tagebuch. Immerhin jeder zehnte rechnet sich zu den "intensiv Schreibenden".

ca. 1983
C.V.Rock (1983. S. 13)zitiert eine wissenschaftliche Untersuchung (leider ohne Quellenangabe), derzufolge von 100 Bundesbürgern "mit echtem Interesse an Literatur"
ø 15 % geeignet sind, sich schriftstellerisch zu betätigen,
ø 20 % nach erfolgter Ausbildung gut und verständlich schreiben können,
ø zehn Prozent es niemals lernen werden,
ø und man die restlichen 55 % "als Durchschnitt bezeichnen kann".

1985
In der Statistik des Bundespresseamts steht: "Die Verlagsunternehmen beschäftigten am 31. Dezember 1985 211'000 Mitarbeiter, darunter 15'700 Redakteure... Weitere 34'600 waren als freie Mitarbeiter tätig." Das ergibt bereits 245'600 Menschen, die professionell mit dem Verfassen, Bearbeiten und Veröffentlichen von Texten beschäftigt sind.

1987
Sigrid Heucks Märchenroman Saids Geschichte, oder: Der Schatz in der Wüste bekommt den "Preis für Phantastische Literatur" der Stadt Wetzlar. Sie beschreibt darin - und deshalb wird ihr Buch in dieser Zeittafel zu recht angeführt - beispielhaft, wie Erzählungen entstehen.
Während einer Karawane durch die Sahara, so die Fabel, gesellt sich ein geheimnisvoller Unbekannter zu den Reisenden. Dafür, daß die anderen ihm Schutz gewähren, erzählt dieser Said ihnen abends am Lagerfeuer in Fortsetzungen seine Geschichte vom Schatz in der Wüste.
Was die Autorin tatsächlich macht, ist eine Antwort zu geben auf die Frage, die Kinder ihr bei Lesungen aus ihren vorangehenden Büchern gestellt hatten: Wie sie denn auf diese Ideen gekommen sei.
Sie tut nichts anderes - und dies höchst spannend und kunstvoll - als den kreativen Prozeß bei der Genese einer Erzählung darzustellen. Dieser Said bezieht nämlich alle möglichen Vorfälle während der Reise und sogar die Reisenden selbst mit in sein Märchengespisnt vom Wüstenschatz ein - den man am Ende auch gut als das Garn verstehen kann, das er da mit seiner Erzählung spinnt. -
Der britische Regisseur verfilmt unter dem Titel Gothic jene Episode im Leben der Frankenstein-Verfasserin Mary Wollstonecraft-Shelley, als ihr die Idee zu diesem Roman einfiel (-» 1816).
Man kann dieses historisch verbürgte „erste Schreib-Seminar" als Vorbild für die „schreibende Selbsterfahrung in der Gruppe“ betrachten, die heute typisch für Veranstaltungen des Creative Writing und des HyperWriting ist. -
Der amerikanische Programmierer Scott Johnson aus Indianapolis gründet in diesem Jahr 1987 die Software-Firma NTERGAID, die ein kommerzielles Hypertext-System namensHyperwriter entwickelte und vertrieb.
Man könnte 1987 entsprechend auch als Geburtsjahr des Begriffs HyperWriting verstehen (s. auch 1996, seitdem im IAK der Begriff "HyperWriting" verwendet wird).

1988
Spuren der spirituellen Kraft des geschriebenen (göttlichen) Wortes findet man heute noch im Judentum:
"Nachdem der Tempel zerstört wurde, haben wir uns auf den Talmud konzentriert. Danach leben wir, zweitausend Jahre später, immer noch." (Immanuel Jakobovits, der höchsten Autorität der Juden in Großbritannien).
Der Tempel zu Jerusalem, das Haus Gottes, wurde einst also abgelöst durch ein Buch, durch das geschriebene Wort. Von diesem darf kein Jota (das kleinste Schriftzeichen des hebräischen Alphabets) geändert werden, was erstaunlicherweise bis auf den heutigen Tag stets gelungen ist; das beweisen die Schriftrollen vom Toten Meer, deren Texte völlig identisch sind mit den Thora-Rollen unserer Zeit. Man bekommt angesichts solcher Zusammenhänge eine gewisse Ahnung davon, was Schreiben bedeuten kann - nicht nur für das Individuum, sondern für eine ganze Kultur.

1989
entwickelt Paul Allen (ein früherer Weggefährte von Bill Gates und Mitbegründer von Microsoft) sein Hypertext-Autorensystem Toolbook (Firma Asymetrix).

1990
Die Hamburger "Henri-Nannen-Schule" und die anderen Journalisten-Schulen in München, Köln, Düsseldorf, Mainz sind [die einzigen] ernst zu nehmenden Ausbildungsstätten für schreibenden Nachwuchs. Allein am Münchner Friedmann-Institut bewerben sich alle zwei Jahre zu den Aufnahmeprüfungen 3'100 Männer und Frauen - von denen ganze 60 angenommen werden, 15 für das Münchner Institut, 15 für einen Ableger in Berlin und 30 für einen akademischen Ausbildungsgang an der Universität. Das Interesse, Schreiben zu lernen, ist also tatsächlich riesengroß.
(Ähnlich: Drehbuch-Werkstatt) -
Am 12. Mai Uraufführung von David Lodges Komödie The Writing Game. Darin wird auf amüsante Weise, wenn auch mit geringem Tiefgang, vorgeführt, wie ein etablierter Autor einigen Anfängern das Schreiben beibringen will.
Der Mann (im Stück) mag schreiben können - aber wie man anderen das Schreiben beibringt oder gar, wie man eine Gruppe mittels TZI leitet, davon versteht er nichts - und schon gar nichts davon, wie man Schreib-Blockaden abbaut (mehr hierzu unter 15 ARTEN VON WRITER´S BLOCK.)
Er dilettiert dabei ähnlich wie Michael Douglas alias Grady Tripp in dem Film Die Wonder Boys (-» 2000). Das Stück ist für den normalen Besucher eines Boulevard-Theaters wahrscheinlich eine Überforderung (weil es eine Reihe Anspielungen auf Schreib-Seminare enthält) - aber für Insider (also Freunde des Creative Writing) ist es ein köstlicher Genuß.

1992
Der Neurophysiologe Otto-Joachim Grüsser spricht im Herbst in einem Vortrag über "Neurobiologie und Kulturgeschichte des Lesens und Schreibens" über ein im Gehirn entdecktes Lese-Zentrum:
"Um zu verstehen, daß für diese Leistung des Schreibens und Lesens Hirnregionen benützt werden, die in der Phylogenese sich für andere Aufgaben entwic-kelt haben, ist es erforderlich, eine allgemeine Grundfunktion von Schreiben und Lesen zu finden. Es ist dies die ´visuelle pars-pro-toto-Funktion´..."

1995
schreibt der Politikdozent Pat Gray im Rahmen eines Schnellschreib-Wettbewerbs des Londoner Literaten-Cafés "Groucho Club" in 24 Stunden einen vollständigen Roman: The political Map of the Heart; darin schildert er seine Kindheitserlebnisse in Belfast.(1995-03-22/SZ). -
In ihrem amüsanten Roman Zum Teufel mit den Männern verpflanzt Vigdis Hjorth ihre Protagonistin in eine Schreib-Werkstatt, wo eine Gruppe angehender Schriftsteller sich an Theaterstücken versucht.
Schade, daß die norwegische Autorin sich allzu sehr von ihren Vorurteilen über Schreibseminare leiten - läßt anstatt auszuloten, was so ein Setting tatsächlich für Möglichkeiten bietet. So bleibt es bei den zwischenmenschlichen Verwicklungen in diesem Kurs, der sich "als Magnet für sie skurrilsten Typen" erweist (so die Verlagswerbung).
Als Kuriosität sei der Roman hier trotzdem angeführt - und als Beispiel, wie sich die Teilnahme an Schreibseminaren und Literaturwerkstätten allmählich als eigener literarischer Ort und Erzähl-Topos etabliert (s. auch David Lodges Komödie von -» 1990).

(Für Autoren, die ähnliches vorhaben, sei darauf hingewiesen, daß ein Schreib-Seminar, gerade bei eigenen einschlägigen Erfahrungen, besser NICHT als Ambiente gewählt werden sollte! Ein wenig Verfremdung ist hier, wie so oft in der Literatur, empfehlenswert. Wie es dennoch geht, kann man bei Susanna Moore nachlesen - in ihrem atemberaubenden Thriller Aufschneider lehrt die Hauptperson, Frannie, Creative Writing. Zufällig wird sie Zeugin eines Mordes - und gerät dadurch selbst in den mörderischen Sog eines Verbrechens. Toll geschrieben - allerdings mit einem unglaublich brutalen Schluß, für den man sich "warm anziehen" sollte...)

Ab 1996
nehmen im Münchner Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie (IAK) Überlegungen konkrete Gestalt an, die seit vielen Jahren selbst entwickelten oder aus der Creative Writing-Bewegung übernommenen Methoden und Übungen zu bündeln und unter einem ganzheitlichen Gesamtkonzept anzubieten, das HyperWriting genannt wird.
Nicht zuletzt soll dabei ja der SPASS AM SCHREIBEN (HyperWriting)wieder geweckt, ermutigt und gefördert werden.

1997
Am 1. Dez wird im Amtsblatt des Bayerischen Staatsministerium für Unterricht...... in einer Sondernummer der neue "Lehrplan für die Hauptschule" publiziert, worin des Kreative Schreiben empfohlen wird. Die Lehrerin Antje Schmitz (die selbst schon lange Schreib-Seminare anbietet und in ihren Hauptschulklassen erfolgreich Kreative Schreiben einsetzt, nimmt dies zum Anlaß, um zwei Bücher zu schreiben (s. 1998 und 2001)

1998
Christopher Vogler überträgt die Erzählstruktur der Heldenreise (-» 1949 und 70-er Jahre) auf den kreativen Prozeß, den ein Autor beim Schreiben eiens Buches durchläuft: Der Autor schlüpft quasi syelbst in die Rolle des Helden und muß Prüfungen meistern und Hindernisse (Blockaden) überwinden, bis er ans Ende seiner Quest gelangt ist.
Voglers Buch The Writer´s Journey ist eine Fundgrube für jeden, der schreibt. Der Titel der deutschen Übersetzung (Die Odyssee des Drehbuichautors) ist irreführend - dieses Konzept ist keineswegs auf Verfasser von Filmskripten beschränkt, sondern ist für jeden Autor, etablierte ebenso wie solche am Anfang ihrer Karriere, eine große Hilfe. -
Von Dagmar Antje Schmitz erscheint Kreatives Schreiben in der Hauptschule. Es stellt, vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen als Lehrerin und Seminarleiterin, erstmals das Kreative Schreiben als "psychologische Hilfe und pädagogische Chance bei der Erziehungsarbeit in der Hauptschule". Dies wird von ihr drei Jahre später in einem weiteren Buch vertieft (s. 2001)

2000
Der amerikanische Bestsellerautor Stephen King veröffentlicht (nach einem lebensbedrohenden Unfall) seine autobiographische Studie On Writing, mit vielen Anregungen und Tips. -
Im Film Die Wonder Boys verkörpert Michael Douglas meisterhaft den verkifften und ziemlich desolaten Bestseller-Autor Grady Tripp, dem kein neues Werk gelingen will. Während er von den Resten seines Ruhmes zehrt, unterrichtet er - mehr der Not gehorchend als der Tugend - an einer Universität einige Studenten in Creative Writing. Viel lieber würde er seinen eigenen neuen Roman vollenden. Davon hat er zwar schon gut tausend Seiten (keine Blockade also im üblichen Sinne) - aber mit der Struktur hapert es gewaltig. Eher widerwillig und neiderfüllt beobachtet er einen sehr begabten jungen Mann, der offenbar genau das hat, was ihm abhanden gekommen scheint: Den Biß und die Power zum Gestalten eines richtigen Manuskripts.
Tripp leidet nicht unter einer Blockade im üblichen Sinne (er schreibt ja unaufhörlich) - aber er kann sein Werk nicht zu einem druckreifen Manuskript vollenden. Deshalb
widmen wir ihm einen ganz eigenen Writer´s Block - die Nr. 13 der 15 ARTEN VON WRITER´S BLOCK mit dem Namen "Wonderboy-Blockade". -

2001
bekommen von der "Verwertungsgesellschaft WORT" fast 100'000 Journalisten und Schriftsteller (etwa 20'000 Pseudonyme mitgezählt) einen Scheck für die Zweitrechte publizierter Texte. -
Dagmar Antje Schmitz veröffentlich ihr wegweisendes Handbuch des kreativen Schreibens. Darin stellt sie, in Ergänzung zu ihrem vorangegangenen Buch (-» 1998) Möglichkeiten vor, wie man bereits mit Hauptschülern erfolgreich kreativ schreiben kann. -
Ein köstlicher Spaß und für jeden, der ein Buch schreiben will, ein Muß ist Doktor Dodo schreibt ein Buch von Ole Könnecke (Hamburg 2001, Carlsen Comics). Dieser Comic beschreibt den kompletten kreativen Prozeß beim Bücherscheiben inklusive Schreibblockaden und ihrer Überwindung - aber auf wirklich komische Weise.

2002
Am 17. April wird das Originalmanuskript von Bram Stokers Schauerroman Dracula versteigert. Der Schätzpreis beträgt eine bis anderthalb Millionen Dollar. Abgesehen vom großen Erfolg, der diesem Bestseller seit seinem Erscheinen 1897 als Buch und Film beschieden war, ist ebenfalls interessant, daß Stoker einer der ersten Autoren war, die sich der neuen Erfindung Schreibmaschine bedient haben. (SZ 2002-04-08)

2003
Anfang März erscheint die überarbeitete Neuausgabe von Jürgen vom Scheidts Ratgeber "KREATIVES SCHREIBEN".

2005
Rekordverdächtig ist ein Roman-Projekt, das 15 Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Österreich unter der Leitung von Andreas Eschbach in der Bundesakademie in Wolfenbüttel durchführten. Während eines Wochenendes im Januar verfaßte dieses Team binne 44 Stunden das Manuskript eines SF-Romans mit dem Arbeitstitel Sie hatten 44 Stunden .
(Wer Genaueres nachlesen möchte, kann dies in einem Bericht und Interview mit Eschbach in der Zeitschrift TextArt tun, in Heft 2 von 2005 (Details zu diesem Magazin unter TextArtMagazin).
(Vergl. hierzu auch die Experimente von Jesco von Puttkamer → 1959 und Pat Grey → 1995.)


2006
Nachdem die Ausgabe von J. vom Scheidts Ratgeber "KREATIVES SCHREIBEN". im Fischer-Taschenbuch-Verlag im Verlauf des Jahres → 2006 ausläuft, veröffentlicht der Münchner Allitera-Verlag im Oktober 2006 eine - überarbeitete und um zwei Kapitel ergänzte - Neuausgabe mit dem erweiterten Titel Kreatives Schreiben - HyperWriting. -
Am 26. Nov wird zum ersten Mal die VIRTUELLE SCHREIB-WERKSTATT angeboten. Sie wird initiiert vom und basiert auf einer Idee des Münchner "Instituts für Angewandte Kreativitätspsychologie". Die Teilnehmer schreiben möglichst jeden Samstag von 10.00 h bis (ungefähr) 11.30 h für sich allein einen Text (oder auch mehrere) und stellen sich dabei vor, die die anderen "im Geiste" ebenfalls dabei sind - aber eben nur virtuell. Die Teilnahme ist kostenlos und in Form einer Anmeldung per eMail. Kontakte und Veröffentlichungen sind also nicht vorgesehen.
2013 (Stand: 08. März 2013) machen bereits 76 Männer und Frauen aus fünf Ländern mit - während bislang 330 Sitzungen.

2017
Im Berliner Schibri-Verlag erscheint das Wörterbuch des Kreativen Schreibens, herausgegeben und zum Großteil verfasst von Lutz von Werder.
Mein Beitrag sind 31 der mehr als 300 Artikel.


Bibliographie
(neu speziell HyperWriting)

Berners-Lee, Tim: Der WEB-Report. (San Francisco 1999). München 1999 (Econ)Knab, Peter: Hypertext-Generator H-5000 (Living Books). Benutzerhandbuch. Berlin 1993 (Living Books)
Kuhlen, Rainer: Hypertext. Berlin Heidelberg usw. 1991 (Springer)
Rochester, Jack B. und John Gantz: Der nackte Computer. (1983) Köln 1984 (DuMont)Schulze, Hans Herbert: Das RoRoro Computerlexikon. Reinbek 1984 (Rowohlt Computer TB)
Vallee, Jacques: Computernetze. (Berkeley 1982). Reinbek 1984 (Rowohlt Computer TB)
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Klute, Hilmar: "Eine Kabine in Manhattan". In: Südd. Zeitung vom 16./17. Mai 2007 (Wochenendbeilage, S. 1)
Vogler, Christopher: The Writer´s Journey. (1997) Dt. Die Odyssee des Drehbuchschreibers, Frankfurt am Main 1998 (Zweitausendeins).


© 2020-08-28 / 2007 für diesen Text: Jürgen vom Scheidt/ Quelle: www.hyperwriting.de


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